Baskischer Schokoladekuchen • Die Erdbeere

Baskischer Schokoladekuchen

Posted by on Jan 26, 2015 in Desserts, Kuchen, Schokoladiges

20150126-DSC01150

Ein Sonntag in Wien. Schneetreiben. Eigentlich wollte ich durch die Stadt schlendern, den neuen, reinen, federleichten Schnee begrüssen, mein Kind auf einer Rodel sitzend durch die Stadt ziehen (so wie wir das, vor grauen Urzeiten, das letzte Mal mit unserer Mutter, natürlich nur über kurze Strecken, aber immerhin, gemacht hatten. Der Heldenplatz eignet sich dazu besonders gut, denn es gibt viel Platz und keine Autos), die Stille meiner Stadt unter der sonntäglichen Schneehülle geniessen.

Und: Ein paar Photos vom Belvedere, dem Sommersitz des Prinzen Eugen, dem österreichischen Held, der eigentlich Franzose und obendrein uneheliches Kind von Louis XIV. war, machen. Ich liebe diesen Ort in seiner umwerfenden, klaren, mir seit Kindheitstagen sehr vertrauten, unvergänglichen Schönheit.

Doch dazu kam es nicht. Wind und Regen, in die Knochen gehende feuchtkalte Luft rangen uns in die Knie und wir drei beliessen es bei einem gemütlichen Besuch im Caféhaus.

So hatte ich zwar keine schönen Photos für meine Prinz-Eugen-Torte, die ich eigentlich vorstellen wollte, aber Zeit, um mich auf etwas anderes Gutes einzulassen: Der Baskische Schokoladekuchen.

20150126-DSC01148

Ein Schokoladen-Mürbteig-Kuchen mit relativ unspektakulärem Äusseren, der eine mitgebackene, weiche Schokoladen-Creme in seinem Inneren verbirgt. Hier der Beweis: Innere Werte zählen sehr wohl!

20150126-DSC01149

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch einer französischen Food-Journalistin, Julie Andrieu, der man aufgrund ihrer Mannequin-Erscheinung (geschätzte 50 Kilo auf geschätzte 1,80m verteilt) ihre Leidenschaft fürs Essen kaum abnehmen würde…

Sie macht sehr interessante Sendungen über die Küchen fremder Länder und hat unter anderem ein Kochbuch mit dem Namen ‘Schokomagie: 150 verführerische Rezepte mit Schokolade’ herausgegeben.

Der eigentliche Gâteau Basque, vereinfacht beschrieben ein Mürbteig, mit Vanillecreme und Trockenpflaumen gefüllt, wurde von ihr schokoladig weiterinterpretiert. Das muss man mal gegessen haben.

So kam es mir gelegen, meine Schokolade -Restln vom grossen Fest zu verarbeiten (Auch wenn im Kochbuch natürlich 70% ige Schokolade steht, am besten mit Azteken-Stammbaum… Ich behaupte, mit meinen Restln ist der Kuchen genauso gut geworden !)

20150125-DSC01100

Nun zu den Zutaten:

20150125-DSC01103

Teig:

  • 200 gr Schokolade (70% ige wird empfohlen)
  • 180 gr Zucker
  • 2 grosse Eier
  • 120 gr Butter
  • 240 gr Mehl
  • 1 Tl Backpulver

20150125-DSC01104

Schoko-Füllung:

  • 150 gr Schokolade
  • 150 gr Creme Fraîche
  • 20 gr Butter
  • etwa 3 Messerspitzen Zimt

Zubereitung:

Schokolade schön zerkleinern.

20150125-DSC01106

Im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen. Immer wieder umrühren, sie soll nicht zu heiss werden. Beiseite stellen.

Butter leicht schmelzen, aber nicht flüssig werden lassen.

Schokotorte 4er

Mit Zucker und Eiern (ich habe, siehe Bild, 3 kleine verwendet) mit einem Schneebesen oder Mixer verquirlen.

20150125-DSC01117

Das Mehl mit dem Backpulver mischen und in die Butter-Ei-Masse einrühren.

Danach die geschmolzene Schokolade unterheben. 2 Stunden oder über Nacht kaltstellen.

20150125-DSC01120

Für die Schokoladen-Füllung die Schokolade klein hacken.

Mit der Creme Fraîche in einen Topf geben und unter Rühren (wichtig!) auf kleiner Flamme schmelzen. Kaltstellen.

20150126-DSC01141

Den Ofen auf 160°C vorheizen.

Eine runde Springform (24 cm Durchmesser, wer hat) grosszügig buttern, mit Mehl bestauben.

Den Teig teilen und zwischen zwei Schichten Frischhalte-Folie  zu runden Platten (in der Grösse der Springform) ausrollen.

20150126-DSC01142

Eine Platte in die Form legen.

Die Creme darauf verteilen, dabei den Rand frei lassen.

Zweiter Deckel (der schönere!) darauflegen, an den Seiten fest andrücken (dicht machen).

20150126-DSC01143

20150126-DSC01145

Ca. 40 (bei mir waren’s 50 ) Minuten backen.

Lauwarm oder kalt  essen.

20150126-DSC01147

20150126-DSC01152

(Wäre dies ein Rezept aus einem Wiener Kochbuch, würde nun stehen: Mit geschlagenem Obers servieren…) und das empfehle ich auch!

20150126-DSC01154

Eine Kugel Vanilleeis mit einem Klacks meiner ganz besonders guten Karamell-Creme wäre sicher auch nicht zu verachten!

6er

Mein Vater trinkt (besser gesagt trank, denn ein Leben schwelgend in Buttercreme-Torten, Lindor-Schokoladenfranzösischen ‘Käschen’, wie er sie zu nennen pflegt, Beuschel, gebackenem Hirn und sonstigen wienerischen Spezialitäten haben ihre Wirkung gezeigt und von Seiten seines durchaus wohlmeinenden Arztes wurden ihm all diese Köstlichkeiten- du böse Welt!– bis auf weiteres schnöde abgeraten. Also – trank er  damals zu solchen Schokolade-trächtigen Kuchen und Torten immer ein Glas eiskaltes Wasser (Das wollt’ ich eigentlich sagen. Ja, Ihr kennt mich ja nun schon, Anina kommt immer vom Hundertsten ins Tausendste!)

20150126-DSC01153

Nach oben

Leave a Reply