Die SÜWAG- Final Update • Die Erdbeere

Die SÜWAG- Final Update

Posted by on Dec 3, 2017 in Geschichten und Reisen, Wien

Liebe Leser, liebe Süwag-Kenner, liebe Wien- Liebhaber,

jetzt endlich einmal das ausstehende Update über diese Wiener Institution, die Ende 2016  seine Pforten für immer schloss.

Obwohl sie die besten, feinsten, detailverliebtesten Zuckerblumen und all das süsse ‘Kramuri’, das wir so dringend für unsere kreativen Zuckerbäcker-Sessions brauchten, führten. Und trotz aller an allen Ecken und Enden aufgetauchten (und sehr nützlichen, keine Frage!) Tortenzubehörshops unersetzlich war…

Allein schon die Böden für die Kokoskuppeln. Keine Woche vergeht, ohne dass ich nicht ein Mail mit Anfragen, wo man die denn beziehen könne, bekomme.

Leider, ich weiss es nun auch nicht mehr. Freue mich insofern über Auskünfte diesbezüglich…

Vater und Sohn (mehr der Sohn arbeitete als der Vater!) konnten das Unternehmen offensichtlich nicht mehr stemmen.

Also macht Euch nicht mehr auf den Weg, es ist zu.

Sowohl das herzige Geschäft in der Josefstädterstrasse, wo das Unternehmen vom Grossvater einst gegründet wurde, als auch der Hauptsitz in der Sechshauserstrasse.

Kommentar von Hugo:

Hallo,
ich war heute vor Ort, stand vor verschlossenen Türen, war kein Stammgast, aber diese Wiener Institution hat mich fasziniert. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass dieser Betrieb einmal schließen würde. Ich war auf der Suche nach rundem Streuzucker, in den Supermärkten fand ich heuer nur zylinderförmigen Zuckerstreußel, also machte ich mich, auf den Weg zu SÜWAG, denn ich war davon überzeugt, dort finde ich genau diesen Streussel, vielleicht sogar farblich sortiert. Beim versuchten Blick durch das Fenster in das ehemalige Verkaufslokal konnte ich leider nichts erkennen, die Scheiben spiegelten zu sehr. Also trat ich enttäuscht den Rückweg durch den Hinterhof an. Schon fast beim Haustor angelangt, sprach mich ein Herr an, was ich denn suche. Er erklärte mir, das Geschäft sei seit Dezember 2016 geschlossen, doch bald stellte sich heraus, er ist/war der ehemalige Besitzer. Er bot mir an, in seinem “Flohmarkt” nach dem gewünschten Streudekor zu suchen. Nach wenigen Augenblicken brachte er ein paar Säckchen mit verschieden farblich sortieren Dekorzuckerkugeln. Er bedauerte, dass seine Firma dem globalen Preisdiktat nicht mehr gewachsen war, die Qualität der Produkte kaum mehr Beachtung finden.

Schade, dass wieder ein Wiener Traditionsbetrieb schließen musste, toll dass Herr Reimer mich noch mit Qualitätsprodukten aus Wien versorgt hat und ich somit meine Windbäckerei aus Wiener Zucker mit Wiener SÜWAG Dekor verzieren kann.

Danke für Ihren jahrelangen unermüdlichen Einsatz!!!

LG H.

AW: von Anina Die Erdbeere

Lieber Hugo!
Danke für diesen Bericht, der mich ein bisschen wehmütig zurückgelassen hat…
Auch ich stand vor ein paar Monaten vor geräumten Auslagen (zurück blieb der Staub und die mächtig in die Jahre gekommenen Samtverkleidungen, die so gar nicht mehr in unsere Zeit passen wollten!).
Vielleicht war es der Wunsch, es zu verdrängen, dass ich meinen Artikel dann nicht mehr upgedatet habe.
Nun ja…
Die Welt dreht sich weiter und man kann rein gar nichts daran ändern.
Vor ein paar Jahren, es war glaub ich 2014, hab ich noch mit Schoko- Michi(dem Junior Chef) darüber geplaudert. Sein Vater, und das sagte nicht er mir, sondern das hab ich über all die Jahre immer wieder beobachten können, war nicht der geschäftstüchtigste und stellte sich jeglicher Modernisierung in den Weg. So. Das war’s dann.
Leid konnte einem der Junior wirklich tun, der seit dem Tod der Mutter alles versuchte, die Firma am Laufen zu halten.
Aber sowas, und da muss man kein Hellseher sein, funktioniert nicht,kann nicht funktionieren, wenn man allein dasteht.
Ich hoffe, es geht dem ‘süssen’, unglaublich sympathischen, wenn auch ein wenig schrulligen Schoko-Michi trotzdem gut und wir alle würden uns über eine Nachricht von ihm sehr freuen!
Anina

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